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Elektrizität

Eichrechtliche Anforderungen an Doppeltarif-Zusatzeinrichtungen für Messgeräte für Elektrizität

Die Eichbehörden und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) haben sich zu diesem Thema abgestimmt. Die folgende Auslegung und Anwendung ist im Freistaat Sachsen bis auf Widerruf oder bis zu einer Änderung der Rechtsvorschriften verbindlich:

Messdifferenzen bei Elektrizitätszählern

Jeder Zähler hat einen Eigenverbrauch an Energie und weist einen Fehler (Messabweichung) auf. Bei Hauptzählern summieren sich die Einzelfehler und die Eigenverbräuche der Unterzähler zu einer messbaren Menge (z. B. Gartenanlagen und Garagen)

Jeder Zähler hat einen Eigenverbrauch an Energie und weist einen Fehler (Messabweichung) auf. Bei Hauptzählern summieren sich die Einzelfehler und die Eigenverbräuche der Unterzähler zu einer messbaren Menge (z. B. Gartenanlagen und Garagen)
(© Mess- und Eichwesen)

Eigenverbrauch
Oft entsteht eine nicht unerhebliche Differenz bei der Abrechnung der Zählerstände zwischen der Summe aller Einzelzähler gegenüber dem Hauptzähler.

Der Eigenverbrauch eines Zählers beträgt, abhängig vom Fabrikat, für einen Wechselstromzähler ca. 13 kWh/Jahrund für einen Drehstromzähler ca. 35 kWh/Jahr.

Leerlauf
Sehr häufig wird bei Elektrizitätszählern ein »Leerlauf« beobachtet, der aber seine Gründe hat:

Die Zählerscheibe dreht sich, obwohl kein Verbraucher eingeschaltet ist. Geräte in Standby verbrauchen auch Energie.

Die Zählerscheibe dreht sich, obwohl kein Verbraucher eingeschaltet ist. Geräte in Standby verbrauchen auch Energie.
(© Mess- und Eichwesen)

Die Zählerscheibe dreht sich langsam, obwohl kein Verbraucher eingeschaltet ist. Die Zählerscheibe muss sich in die Ausgangsposition drehen (Markierung muss im Sichtfenster stehen bleiben)

Die Zählerscheibe dreht sich langsam, obwohl kein Verbraucher eingeschaltet ist. Die Zählerscheibe muss sich in die Ausgangsposition drehen (Markierung muss im Sichtfenster stehen bleiben)
(© Mess- und Eichwesen)

Vertrauenswürdige Elektrizitätszähler

Klare Regelungen und Prüfvorschriften für alle eingesetzten Elektrizitätszähler schützen die Verbraucher. Schlecht recherchierte und zum Teil falsche Berichterstattungen der letzten Wochen zogen dies in Zweifel. Eine mit uns abgestimmte Stellungnahme der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) stellt dies richtig und gibt Tipps, falls Sie dennoch Ihren Zähler überprüfen lassen wollen ...

HASH - CODES elektronischer Dokumente

Logo: tsdi

Logo: tsdi
(© Mess- und Eichwesen)

Im Bereich der Bauartzulassungen für Elektrizitätszähler und deren Zusatzeinrichtungen bietet die PTB zur elektronischen Verbreitung von Genehmigungen ein Trust-Service für digitale Informationen (tsdi) an.

Schickt ein Zulassungsinhaber den zuständigen Behörden (z.B. Eichbehörden) die von der PTB genehmigten und signierten Dateien, so kann die Behörde diese Dateien mit den unten genannten Programmen auf die Echtheit überprüfen.

Gültigkeitsdauer der Eichung von elektronischen Zählern

Zur Gültigkeitsdauer von elektronischen Zählern existieren folgende Vorschriften:

Eichordnung - Allgemeine Vorschriften (EO-AV) Anhang B Nr. 20.3:
Einphasen- und Mehrphasen-Wechselstromzähler mit elektronischem Messwerk für direkten Anschluss und Anschluss an Messwandler sowie eingebaute und getrennt angeordnete elektronische Zusatzeinrichtungen für Elektrizitätszähler haben eine Eichgültigkeitsdauer von 8 Jahren.

Wird die Messrichtigkeit der Zähler und Zusatzeinrichtungen vor Ablauf der Gültigkeitsdauer der Eichung durch eine Stichprobenprüfung nach dem in den PTB-Mitteilungen 110 (2000) Heft 1 S. 38 veröffentlichten Verfahren nachgewiesen, verlängert sich die Gültigkeitsdauer um jeweils 5 Jahre.

Vereinheitlichung der Gültigkeitsdauer der Eichung elektronischer Zusatzeinrichtungen (Gas, Wasser, Elektrizität, Wärme)

Die Gültigkeitsdauer der Eichung elektronischer Zusatzeinrichtungen für Messgeräte für Gas, Wasser, Elektrizität und Wärme wurde auf 8 Jahre vereinheitlicht (EO-AV Anhang B), sofern diese netzbetrieben sind und bei batteriebetriebenen Geräten die Lebensdauer der Batterie mindestens für diesen Zeitraum ausreicht oder ein Batteriewechsel ohne Stempelverletzung möglich ist.

Stichprobenverfahren für Elektrizitätszähler zur Verlängerung der Eichgültigkeit

Seit dem 1. Januar 2003 ist nur noch das Verfahren zur Stichprobenprüfung von Elektrizitätszählern und von elektronischen Zusatzeinrichtungen (PTB-Mitteilungen 110 (2000), Heft 1) anzuwenden. Es fordert nach Nr. 5.1 die Überprüfung folgender Anforderungen:

  1. Beschaffenheit (ohne Öffnen des Gerätes)
  2. Isolierung
  3. Leerlauf
  4. Anlauf − beim 1,5-fachen der Anlaufstromstärke
  5. Richtigkeit − bei 0,05 lb, 1,0 lb und 1,0 lmax; abweichend von der EO gilt das 1,5-fache der jeweils geltenden Eichfehlergrenze
  6. Zählwerksanzeige
  7. Einseitigkeitsbedingung (EO Anlage 20, Abschnitt 1 Teil 2, Nr. 3.1)
  8. Prüfung der Zusatzeinrichtungen

Hinweise
Bereits bestehende Lose (nach dem »alten« Verfahren zusammengefasst, z.B. vier aufeinander folgende Eichjahre) dürfen weiterhin in ihrer bestehenden Zusammensetzung nach dem »neuen« Verfahren geprüft werden.

Weiterhin gilt in Sachsen eine einheitliche Vergabe der Losnummern. Diese Regelung soll die Verfolgung der Loszugehörigkeit eines Zählers bei mehrfacher Loszusammenfassung sichern und erleichtern.

Stichprobenprüfungen für Elektrizitätszähler

Prüfstellen in Sachsen